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Unterhalt

Nach der Trennung oder Scheidung der Eheleute stellt sich nun die Frage, wer dem anderen gegenüber in welcher Höhe zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet ist und wer gegebenenfalls Kindesunterhalt schuldet. Dabei ist grundsätzlich nur derjenige unterhaltsberechtigt, der außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Trennungsunterhalt
Zunächst ist zu differenzieren zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt. Während der Trennungsunterhalt nur bis zur Scheidung verlangt werden kann, muss nach der Ehescheidung erneut Unterhalt geltend gemacht und gegebenenfalls angemahnt werden. Denn grundsätzlich gilt, dass der Unterhalt erst ab der Mahnung geltend gemacht werden kann, nicht also für die Vergangenheit.

Unterhaltsberechtigt ist derjenige Ehegatte, der während der Ehe gar nicht oder weniger verdient hat als der unterhaltspflichtige Ehegatte und nunmehr außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts bestimmt sich dabei nach dem unterhaltsrelevanten Einkommen beider Ehegatten, das jedoch von dem steuerlichen Nettoeinkommen zu unterscheiden ist. Maßgeblich sind hierbei die ehelichen Verhältnisse, so dass im Unterhaltsrecht gegebenenfalls Beträge in Abzug gebracht werden, die steuerlich nicht absetzbar sind.

nachehelicher Unterhalt
Nach der Scheidung der Ehe kann ein Ehegatte, der sich selbst nicht unterhalten kann, in besonderen Fällen Unterhalt verlangen - etwa wenn er wegen der Betreuung der gemeinsamen Kinder, wegen Alters oder Krankheit nicht erwerbstätig sein kann. Darüber hinaus können gegebenenfalls auch für die Zeit der Arbeitsuche, Ausbildung oder Umschulung sowie in besonderen Härtefällen nacheheliche Unterhaltsansprüche bestehen.

Kindesunterhalt
Der Kindesunterhalt wird primär von den leiblichen Eltern geschuldet und ist in erster Linie in natura zu leisten. Nur wenn einem Elternteil die Betreuung und Versorgung seines Kindes nicht möglich ist, wandelt sich dieser Naturalunterhaltsanspruch in einen Barunterhaltsanspruch. Die Unterhaltshöhe richtet sich dann nach dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils und wird nach der Düsseldorfer Tabelle (West) bzw. der Berliner Tabelle (Ost) berechnet.

Sind die leiblichen Eltern nicht leistungsfähig, kommt auch ein Unterhaltsanspruch gegen die Großeltern in Betracht. Der neue Ehepartner des betreuenden Elternteils dagegen ist nicht unterhaltspflichtig.

Beim Kindesunterhalt ist weiterhin zwischen dem Unterhalt für ein minderjähriges Kind und dem Unterhalt für ein volljähriges Kind zu unterscheiden:

Unterhalt für minderjährige Kinder
Da minderjährige Kinder in der Regel nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten, haben diese grundsätzlich einen Unterhaltsanspruch.
Für sie ist zunächst nur derjenige Elternteil barunterhaltspflichtig, der die Kinder nicht betreut. Der betreuende Elternteil dagegen, bei dem die Kinder wohnen, erfüllt seine Unterhaltspflicht durch die Betreuung und Pflege (Naturalunterhalt). Das Einkommen des betreuenden Elternteils spielt hierfür keine Rolle.
Ausnahmsweise schuldet auch der betreuende Elternteil Kindesbarunterhalt, wenn er sehr viel mehr verdient oder wenn sich das Kind abwechselnd bei beiden Elternteilen aufhält. Eine weitere Ausnahme stellt der sogenannte Sonderbedarf des Kindes dar.

Unterhalt für volljährige Kinder
Sind volljährige Kinder verheiratet, so ist primär der Ehegatte des Kindes unterhaltspflichtig.

Für unverheiratete Kinder bis zum 21. Lebensjahr, die noch zu Hause wohnen und zur Schule gehen, gelten die Unterhaltsregeln, die bei minderjährigen Kindern angewendet werden.

Studenten können Unterhalt in Höhe von 600 € (West) bzw. 555 € (Ost) verlangen, solange sie die durchschnittliche Studiendauer nicht wesentlich überschreiten. Nach Beendigung des Studiums müssen sie - nach einer Bewerbungsfrist von drei Monaten - eine Erwerbstätigkeit aufnehmen.

Volljährige Kinder haben nur noch Anspruch auf Barunterhalt, nicht dagegen auf Naturalunterhalt, und zwar auch dann, wenn sie weiterhin bei einem Elternteil wohnen. Diesen Unterhaltsanspruch haben sie gegen beide Elternteile. Die Höhe des geschuldeten Unterhalts wird ebenfalls nach der Düsseldorfer bzw. der Berliner Tabelle aus dem gemeinsamen Einkommen beider Elternteile berechnet. Der einzelne Unterhaltsanspruch ist dann wiederum dem jeweiligen Einkommen der Elternteile entsprechend auf beide Elternteile aufzuteilen. Den Eltern von volljährigen Kindern verbleibt hierbei ein höherer Selbstbehalt als bei Unterhaltsleistungen gegenüber minderjährigen Kindern.

Düsseldorfer Tabelle 2011
Aktuelle Düsseldorfer Tabelle als PDF zum Download: Düsseldorfer Tabelle PDF »

Stand: 3.12.2010


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